Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Blick ins Schiff und auf den Chor

Das Innere

Die Kirche Tegerfelden ist ein rechteckiger Saalbau. Er ist in drei Teile gegliedert: Vorraum, Kirchenschiff und Chor.

Kirchenschiff

Der einschiffige Kirchensaal beginnt mit einem freien Bereich unter der hölzernen Empore. Hier wurden 2011 drei Bankreihen entfernt, um Platz für einen Raum für Begegnungen, Apéros und gesellschaftliche Anlässe zu schaffen.

Tritt man unter der Empore hervor, zeigt sich ein grundsätzlich schlichter Raum. Die Wände sind weiss verputzt und werden nur durch die fünf Spitzbogenlichter sowie durch die beiden Seitenausgänge nach dem jeweils vierten Fenster gegliedert. Die Decke ist durchgehend hölzern und hält schlichte, kegelförmige Hängelampen fest. Unmittelbar unter der Empore beginnen die Bankreihen. Sie sind durchgehend geschlossen und mit Kissen ausgestattet. Einen Mittelgang gibt es nicht. Die Fenster sind masswerklos, tragen aber Kabinettscheiben aus unterschiedlichen Zeiten.


Chor

Der grosse Blickfang in dieser Kirche ist aber zweifelsohne der um eine Stufe erhöhte Chor mit seiner spitzbogenförmigen Nische. Diese war von 1795-1905 ein (unüblicher) Eingang durch den Turm hindurch zur Kirche. Mit der Anschaffung der Orgel und ihrer Position im Chor wurde er zugemauert. Als 1957 die Orgel im Chor abgebaut wurde, wurde die Nische wieder frei und man suchte nach einer Lösung, denn eine nackte, funktionslose Mauer gefiel schon damals nur den wenigsten. 1967 schuf der Lenzburger Künstler Peter Hächler vier Bronzefiguren und befestigte sie in der Nische. Diese zeigt seitdem die vier Thronwesen aus Offenbarung 4 und 5. Die Reihenfolge entspricht jener in Offb 4,7: Rechts unten tritt ein Löwe aus der Wand hervor, dann kommt links, etwas erhöht, ein Stier. Zu dessen Rechten steht aufrecht ein Mensch, der nur vom Adler im Flug überhöht wird. Alle Wesen haben zwei Flügel (die Thronwesen in Offb 4,8 haben jedoch sechs Flügel). Der eine ist erhöht, der andere gesenkt. Die Thronwesen werden traditionell den vier Evangelisten zugeordnet. Der Mensch steht dann für Matthäus, der Löwe für Markus, der Stier für Lukas und der Adler für Johannes.

Auf der nördlichen Seite der Nische steht seit den Fünfzigerjahren die Kanzel. Sie ersetzte eine alte an der Nordwand und wurde 2011 mit Rollen ausgestattet. Auf der südlichen Seite steht ein schlichter hölzerner Abendmahlstisch. Die beiden Spitzbogenlichter an den Seiten des Chors können seit 2011 mit Verdunkelungsstoren abgedeckt werden. Zudem gibt es seit demselben Jahr eine ausfahrbare Leinwand in der Decke über der Nische. Anstelle eines traditionellen Kreuzes hängt seit dem Karfreitagsgottesdienst 2016 links des Torbogens das Bild mit dem Titel «Ort» (2011), B 110 x H 140 cm, in Mischtechnik mit Teer, Asche, Sand, Farbpigmente, Blattgold, auf Leinwand; von der Künstlerin Anita Sieber Hagenbach aus Unterendingen. Die vertikale, goldene Linie zeigt himmelwärts und bildet zusammen mit dem horizontalen, schwarzen Balken das Kreuz. Rechts unter dem Kreuz steht der Text aus 2. Mose, 33,21+22: «Doch sprach der Herr: Siehe, es ist ein Ort bei mir, da sollst du auf dem Felsen stehen. Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, so stelle ich dich in die Felsenkluft und will dich mit meiner Hand solange bedecken, bis ich vorübergegangen bin.»

Blick auf Chor, Abendmahlstisch und Seitenwand mit zwei Kabinettscheiben in den Fenstern

Empore

Die heutige Empore stammt aus der Zeit der Renovation von 1957 und besteht aus massivem Naturholz. Sie ist über eine Treppe in der nördlichen Hälfte des Begegnungsraums zugänglich. Oben angekommen, kann man das einmalige Panorama über die ganze Kirche und ihre Kabinettscheiben geniessen. Auf der Empore selbst wird vor allem die Orgel auffallen. Mit ihrer Kastenform und ihrer hölzernen Südfront passt sie sich exakt ihrer Umgebung an. Aus dieser Struktur bricht nur der Prospekt aus, der an der Ostseite der Orgel und der Empore hängt. Gebaut wurde die Orgel 1957 von der Firma Metzler.

Wer die Holzwand hinter der Empore genau betrachtet, wird schon beim Aufstieg eine kleine Tür entdecken, die in einen sonst verborgenen Raum führt. Dieser dient als Lagerraum für Stühle, weist aber auch ein Elektropiano und weitere Instrumente auf. Dort können z.B. Proben für Musikanlässe sowie Treffen im kleinen Kreis stattfinden.

Blick auf Abendmahlstisch, Schiff und Empore mit Orgel

Vorraum

Betritt man die Kirche durch den Haupteingang, steht man zuerst in einem baulich vom Hauptschiff abgetrennten Vorraum mit rotem Plattenboden und weissen Wänden, der durch die Rundlichter in der Westwand beleuchtet wird. Gegenüber dem Hauptportal befindet sich das Tor zum Hauptschiff. Die Achse zwischen den Toren teilt diesen Raum in eine Nord- und eine Südseite. Auf der Südseite befindet sich der neue Taufstein aus dem Jahr 1897. Er stand zuerst im Kirchenschiff unter der Kanzel an der Nordseite, wurde 1957 in den Vorraum verschoben und 2011 aus seiner Verankerung gehoben und mobilisiert. Die Inschrift lautet: «Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden. Marc 16». In der Nordhälfte gibt es an der Wand ein Regal mit Informationsmaterial zu den Veranstaltungen und Aktivitäten der Kirchgemeinde und auch zur Renovation der Kirche im Jahr 2011.

Der Eingangsbereich




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