Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
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Die drei Chorfenster von 1934 von Fritz Pauli (1891–1968)

Glasmalerei

Die drei Chorfenster tragen den Titel «Auferstehung Christi» und wurden vom Künstler Fritz Pauli (1891–1968)  entworfen.

Zur Entstehungsgeschichte existiert ein Brief des Künstlers vom 28. September 1934, das er von seinem damaligen Wohnsitz in Amden aus an den Pfarrer schrieb und darin seine Ideen für die Fenster skizzierte.

«Sehr geehrter Herr Pfarrer,

Es freut mich Ihnen einige Hinweise auf die geplanten Kirchenfenster machen zu dürfen.
Ich hatte mir als Thema gestellt:
Die Liebe, also die christliche. Mensch & Kreatur in friedvoller Harmonie. Der Mensch zumal in christlich-stiller Betrachtung. Der zentral-dominierenden christus-ähnlichen Gestalt zugewendet.
Die verschiedenen Tiere welche zwischen den Menschen verteilt ebenfalls in die Betrachtung einbezogen sind dürfen auch symbolisch gewertet, d.h. als im Menschen beherrscht, angenommen werden.
Durch die reiche Verwendung blumenhafter Gebilde & der Vögel. Tiere & Menschen hoffe ich beim Beschauer den Eindruck des «paradiesischen» zu erwecken; eines blumenbesääten Gartens, von dessen Grund Mensch & Tier sich abheben, ein friedvolles Zusammenleben.
Da ich nicht Schriftsteller, sondern Maler bin muss ich mich mit diesem kurzen Hinweis begnügen.
Einen Teil der Studien für die Figuren der Kirchenfenster plane ich in der Kirchgemeinde selber zu sammeln, resp. zu zeichnen womit sich auch äusserlich eine interessante & wie mir scheint auch schöne Beziehung der Gemeinde zu dem Werk des Künstler's herstellen wird.

Mit freundlicher & achtungsvoller Begrüssung
F. Pauli.»

Fritz Paulis Ausführungen weisen auf ein Vermischen von Auferstehungs- und Paradiesvorstellung, und tatsächlich erscheinen in den drei Fenstern neben Christus und anbetenden Menschen viele Tiere (Löwen, Tiger, Pferde, Kuh, Fuchs und zahlreiche Vögel, dies vor allem in den oberen Bereichen der Fenster), überdies eine reiche, teilweise florale Ornamentik.

Ausschnitt aus dem mittleren Chorfenster

Auffällig ist auch die Hierarchisierung der auf das Mittelfenster und den Auferstandenen hin, dies durch akzentuierte Diagonalen im linken und rechten Fenster, die treppenartig wirken und durch eine Art Geländer verstärken. Die auf diesen Treppen stehenden Menschen verweisen von beiden Seiten auch Christus im Zentrum.

Was die Aussage des Künstlers betrifft, wonach er einen Teil der Studien für die Figuren der Kirchenfenster «in der Kirchgemeinde selber zu sammeln, resp. zu zeichnen» plane, «womit sich auch äusserlich eine interessante & wie mir scheint auch schöne Beziehung der Gemeinde zu dem Werk des Künstler's herstellen wird», so scheint er diesen Plan tatsächlich umgesetzt zu haben. Pfarrer Christian Bieri (Unterentfelden) ist die entsprechende Bestätigung zu verdanken: «Meine Oftringer Grossmutter (Jahrgang 1919) hat den Kirchenbau erlebt und sagte zu den Fenstern immer: Bei den Menschen auf den Seiten seien der damalige Gemeindeammann und andere bekannte Oftringer Persönlichkeiten abgebildet.»

Fritz Pauli war vor allem Maler, und die Fenster für die Kirche Oftringen sind sein einziges Werk in Glasmalereikunst geblieben.

© Text verfasst von Barbara Tobler




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