Das Äussere

Das Äussere gebärdet sich schlicht und einfach: Ruhige, hell verputzte Backsteinmauern und schwach geneigte Satteldächer zeichnen sämtliche Baukörper aus; das Kirchenschiff mit seinem eingezogenen Rechteckchor wird durch schlanke Stichbogenfenster belichtet. Die Qualität der Architektur liegt, wie so oft während der Fünfzigerjahre, vor allem in der raumbildenden Gesamtanlage und deren Einfügung in die Topografie. Gerade aufgrund der Stellung mitten in einer Anhöhe braucht sich das Gotteshaus beispielsweise gar nicht durch extravagante Architektur hervorzuheben.

Die Kirche mit dem angeschlossenen verglasen Durchgang zum Pfarrhaus

Der an sich gedrungene, 22 Meter hohe Turm beherrscht gleichwohl die unmittelbare Gegend und teilt durch seine vortretende Positionierung die Nahumgebung in verschiedene Aussenräume. Seine vier Zifferblätter sind, typisch schweizerisch, vergleichsweise gross und haben einen Durchmesser von 2,8 Meter.

Der Kirchturm mit den markanten Zifferblättern

Für die Gesamtwirkung von grosser Wichtigkeit ist die Ergänzung der Kirche um das Pfarrhaus, das durch einen halboffenen Gang mit der Kirche verbunden ist. Dieser überdachte und einseitig verglaste Durchgang – man trifft dergleichen auch in Schulhäusern dieser Zeit an – schafft den Hintergrund für einen windgeschützten Aussenraum mit Kopfsteinpflaster und Brunnen, bildet also zwischen den grossen Bauvolumen gleichsam die Rückwand für ein Plätzchen, das zum Verweilen und Plaudern einlädt.

Der Aussenraum mit Kopfsteinpflaster und Brunnen

Die leicht gewinkelte Ausrichtung des Pfarrhauses zur Kirche ist ein zeittypisches Stilphänomen, belebt die Gesamtanlage und entpuppt sich als ebenso augenzwinkernde Feinheit wie die unauffällige, aber jegliche Eintönigkeit vermeidende Strukturierung der Betonelementgittern am Glockenturm.

Kirche und das leicht gewinkelt angebaute Pfarrhaus

Mit den erwähnten Merkmalen reiht sich die Kirche Muri in eine lange Reihe schweizerischer Sakralbauten der Nachkriegszeit ein, ohne sich extravagant vom Mainstream hervorheben zu wollen. Vielmehr werden jene erwähnten Qualitäten gepflegt, die sich mit den wichtigsten (teilweise auch katholischen) Vorbildbauten landesweit bekannter Architekten wie Fritz Metzger, Hermann Baur oder Haefeli Moser Steiger (Kirche Zürich-Altstetten) durchgesetzt hatten.