Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Der ausladende, weite, offene Innenraum der Kirche von Murgenthal-Glashütten

Das Innere

Die moderne Kirche Murgenthal-Glashütten weist alle bekannten Elemente eines reformierten Sakralraumes auf. Diese weichen aber in Ausgestaltung, Lage und Anordnung in vielerlei Hinsicht ab von den gewohnten, historischen Kirchenräumen, die mehrheitlich ins Spätmittelalter (mit katholischen Wurzeln) oder in die frühe Neuzeit (Berner Reformation) zurückgehen.

Sobald die Gottesdienstbesucher die Kirche betreten, werden sie in einem spiral- förmigen Weg durch die Eingangshalle und über die Estrade vom Turm zur Raummitte geführt. Diese Estrade liegt um zwei Treppenstufe erhöht über dem tiefer gelegenen und mit einer niedrigen Sichtbetonmauer abgegrenzten Kirchenschiff. Hier wurde auf Wunsch der Bauherrin der Kirchenraum so gestaltet, dass er bei schwachem Gottesdienstbesuch nicht zu gross und bei grossem Andrang nicht beengend wirken sollte. Bei grossem Platzbedarf kann durch die zusätzliche Bestuhlung der Estrade die Anzahl der Sitzplätze jederzeit deutlich erhöht werden.

Die Anordnung der Sitzbänke im Kirchenschiff wurde so gewählt, dass sie den Anwesenden das Gefühl vermittelt, im Halbkreis vor der Kanzel zu sitzen. Dies kommt ein weiteres Mal dem Bedürfnis nach Zusammengehörigkeit und familiärer Atmosphäre zugute.

Der Blick auf den Sitzbereich im Kirchenschiff.


Die Empore, auf der sich die 21-registrige Orgel (Firma Th. Kuhn AG / Männedorf) befindet und die dem Kirchenchor oder weiteren Instrumentalisten Platz bietet, liegt nicht rückseitig im Hintergrund sondern seitlich und nur wenig erhöht über dem engeren Sitzbereich im Kirchenschiff.

Die Orgel auf der Empore

Der um drei Treppenstufen erhöht über dem Schiff liegende und geräumige Zentralbereich der Kirche wird durch den in den Innenraum integrierten unteren Bereich des Turms gebildet. An seiner Basis befindet sich die bewusst tief gehaltene Kanzel. Zusammen mit dem schlichten Abendmahlstisch und dem achteckigen Taufstein aus der alten Kirche bildet sie den «liturgischen Bereich», wo die Pfarrperson predigt, Gebete und Segen spricht, Täuflinge tauft, Ehepaare zusammenführt, Verstorbene verabschiedet und Jugendliche konfirmiert.

Der Zentralbereich der Kirche mit Abendmahlstisch, Glaskunst, künstlerisch gestaltetem Eckstein, Kanzel und Taufstein.


Die Kirche von Murgenthal-Glashütten stellt schon alleine durch ihre Architektur sowie die Raumgestaltung und Lichtführung ein Kunstwerk dar. Eigentliche Kirchenkunst im engeren Sinne ist hier nur in bescheidenem Mass vorhanden und beschränkt sich auf ein Fenster mit Glaskunst als linksseitige Begrenzung des Turms und einen Eckstein im Turm. Das Fenster wurde vom Engadiner Glaskünstler Gian Casty (1914–1979) gestaltet und hergestellt, der Eckstein vom Bildhauer Peter Meister (1934–1999), der in den 1960er-Jahren grosse Erfolge feiern konnte. Die Glaskunst wird im folgenden Kapitel besprochen. Der Eckstein stellt symbolisch Altes und Neues Testament durch Abbildung der Gesetzestafeln und des Kreuzes dar.




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